Evangelische Kita Im Zion spendet Hilfsgüter für ein Waisenhaus in der Ukraine Jeden Abend telefoniert Jana Lieb mit ihren Eltern im ukrainischen Mukacewo. „Die kleine Stadt liegt 40 Kilometer von der ungarischen Grenze entfernt, auch die Slowakei, Rumänien und Polen sind nah, wir sprechen viele Sprachen, ganz kunterbunt“, sagt die Erzieherin aus der Evangelischen Kita Im Zion in Offenbach. Kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine beschloss das Kita-Team des Diakonischen Werkes für Frankfurt und Offenbach, eine Hilfsaktion für Menschen in Mukacewo zu starten. „Wir informierten die Eltern und schickten gleich eine Liste mit den benötigten Hilfsgütern mit, zum Beispiel Verbandszeug, Schlafsäcke, Taschenlampen, Babynahrung, Windeln und Winterbekleidung“, sagt Kita-Leiterin Gaby Flegler. Schon am nächsten Tag brachten Eltern die ersten Spenden vorbei: „Alle gaben, was sie konnten, die Spendenbereitschaft war so groß, dass wir die Sachen auf der Empore der Kirche lagerten“, sagt Flegler.
Hilfsorganisation unterstützt die Ukraine seit 20 Jahren Der Elternbeirat recherchierte und fand eine Hilfsorganisation in Neu-Isenburg, die schon seit 20 Jahren Menschen in der Ukraine unterstützt. Am Freitag wird ein Laster des ökumenischen Hilfsprojektes „täglich Brot für Beregovo“, das seit vielen Jahren eng mit dem Diakonischen Zentrum der Reformierten Kirche in Beregovo zusammenarbeitet, zur ungarischen Grenze fahren. Am Donnerstag kommt der LkW der Hilfsorganisation nach Offenbach, um die Spenden aus der Kita Im Zion einzuladen. „Wir sind mit Eltern zusammen dabei, alles zu sortieren und in beschriftete Kisten zu verpacken“, sagt die Kitaleitung. Und: „Eltern der katholischen Kita St. Martin in Dietzenbach haben ebenfalls für unsere Ukraine- Aktion gespendet, über eine Auszubildende unserer Kita ist der Kontakt entstanden.“
Süßigkeiten und Spielsachen, um die Kinder ein wenig zu erfreuen Die meisten Hilfsgüter werden zu einem Haus für Kinder mit Behinderung und Waisenkinder in Mukacewo gebracht. „Das Heim ist nicht groß, dort leben ständig 40 bis 45 Kinder. Am Dienstag sind dort außerdem 40 Kinder aus dem umkämpften Sumy in der Ostukraine eingetroffen,“ sagt Jana Lieb. Ihre Stimme wird ein wenig leiser, als sie weitererzählt: „Es ist sehr traurig, die Kinder sind eingeschüchtert, sie sind ängstlich, manche sind verletzt, sie haben sich eng zusammengeschlossen, der Weg aus Sumy in die Westukraine schweißte sie zusammen.“ Waschpulver und Desinfektionsmittel, Föhne und Stabmixer bestellte das Kinderheim, all dies wird jetzt in Offenbach sorgfältig in Kartons verpackt. Darüber hinaus verschickt die Kita auch Nahrungsmittel, Süßigkeiten, Spielsachen und alles, was die Kinderherzen ein wenig glücklicher macht.
Das Blau des Himmels und das Gelb der Weizenfelder in der Nationalflagge „Es ist eine tolle Aktion, ich freue mich, dass die Menschen so grenzenlos hilfsbereit sind, auch hier in Offenbach,“ sagt Jana Lieb. Es sprudelt nur so aus ihr heraus, wenn sie über ihre Heimat erzählt und von ihren Sorgen um ihre Eltern, die in Mukacewo bleiben möchten und ihren Tanten, die in einem Dorf im Kriegsgebiet leben und nicht raus können. Sie erzählt von den vielen Sprachen in Transkarpatien, der Region zwischen vier Ländern. Und von der Ukraine, „dem friedlichen, lebensfreundlichen Land mit seiner Nationalflagge, die oben den blauen Himmel und unten die gelben Weizenfelder zeigt“. Ihre Familie in der Ukraine, sagt sie zum Abschied, „lebt von Tag zu Tag weiter, wir hoffen auf ein Wunder, damit der Krieg endlich endet.“